Futtermittelproduktion weltweit um 3 Prozent gestiegen

von nutriani.de

Alltech Global Feed Survey für 2018 erschienen

Laut Alltech Global Feed Survey dürfte die internationale Futtermittelproduktion im Jahr 2018 um 3 Prozent auf 1,103 Milliarden Tonnen gestiegen sein. Das entspräche im dritten Jahr in Folge eine Überschreitung der Ein-Milliarden-Marke.

Die Ende Januar 2019 veröffentlichte 8. Ausgabe der jährlichen Erhebung umfasst Daten aus 144 Ländern und fast 30.000 Futtermittelwerken. Die Futtermittelindustrie verzeichnete in den letzten fünf Jahren ein Wachstum von 14,6 Prozent, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 2,76 Prozent entspricht. Erklärt wird dies bei einer Zunahme der Gesamtbevölkerung auch mit der wachsenden Mittelschicht und der dementsprechenden Erhöhung des Proteinverzehrs.

8 Länder – 55 Prozent der weltweiten Futtermittelproduktion

Die acht wichtigsten Länder sind China, die USA, Brasilien, Russland, Indien, Mexiko, Spanien und die Türkei. Sie produzieren zusammen 55 Prozent der weltweiten Futtermitteltonnage und beherbergen 59 Prozent der Futtermittelwerke weltweit. Das überwiegende Wachstum kam aus den Bereichen Legehennen, Broiler und Milchviehfutter. 

Die Alltech Global Feed Survey schätzt die Mischfutterproduktion und die Preise anhand von Informationen, die vom globalen Alltech-Vertriebsteam in Zusammenarbeit mit regionalen Futtermittelverbänden im letzten Quartal 2018 gesammelt wurden.

Laut Dr. Mark Lyons, Präsident und CEO von Alltech, arbeitet das Unternehmen mit Futtermittelwerken, der Industrie und Regierungsstellen auf der ganzen Welt zusammen, um Daten und Erkenntnisse zu sammeln und darauf basierend eine jährliche Bewertung der Futtermittelproduktion vorzunehmen.


Ergebnisse des Alltech Global Feed Survey 2019 nach Regionen

  • Nordamerika: 2 Prozent mehr Futter gegenüber dem Vorjahr produziert

Bei diesem durchschnittlichen Anstieg des Futters für alle Tierarten lag Futter für die Rinder- und Hähnchenmast mit 3 Prozent vorn. Die USA blieben weltweit hinter China das Land mit der zweitgrößten Futtermittelproduktion. Die Futtermittelpreise in Nordamerika sind weltweit über alle Arten hinweg die niedrigsten und aufgrund der Verfügbarkeit von Land, Wasser und anderen Ressourcen erwartet Alltech, dass die Region eine dominierende Rolle in Futtermittelproduktion spielen wird. 

  • Lateinamerika – Futtermittelherstellung stagniert

Brasilien blieb bei der Futtermittelproduktion in der Region führend und belegt den dritten Platz weltweit. Brasilien, Mexiko und Argentinien produzieren zusammen 76 Prozent des Futters in Lateinamerika. Brasilien blieb unverändert, während Mexiko und Argentinien ein Wachstum von 1 Prozent bzw. 4 Prozent verzeichneten. Die Futtermittelproduktion Kolumbiens stieg um rund 8 Prozent, was vor allem auf eine Zunahme der Schweine- und Eierproduktion zurückzuführen ist. Mehrere Länder verzeichneten einen Produktionsrückgang: Venezuela (-27 Prozent), El Salvador (-16 Prozent) und Chile (-8 Prozent). 

  • Europa – Futtermittelproduktion plus 4 Prozent gegenüber 2017

Europa ist in der Futtermittelproduktion laut Alltech-Bericht die am zweitschnellsten wachsende Region der Welt – Zuwächse sind insbesondere für die Tierarten/Produktionsrichtungen Legehennen (7 Prozent), Masthühner (5 Prozent), Aquakultur (5 Prozent), Milch (4 Prozent) und Schwein (3 Prozent) zurückzuführen. Lediglich bei Rindermastfutter war ein leichter Rückgang (etwa -1 Prozent) zu verzeichnen.
Die gestiegene Futtermittelproduktion Europas führen die Herausgeber des Alltech Surveys einerseits auf kleinere Länder wie Turkmenistan, Mazedonien, Aserbaidschan, Montenegro, Kasachstan und Usbekistan zurück, die Zunahmen von 20 Prozent oder mehr aufwiesen. Darüber zeigten größere Produktionsländer wie Russland und die Türkei sowie Spanien einen starken Anstieg der Futtermittelproduktion, was zum insgesamt deutlichen Produktionswachstum in Europa beitrug. 

  • 36 Prozent der weltweiten Futtermittelproduktion stammen aus dem Asien-Pazifik-Raum 

China ist mit fast 188 Millionen Tonnen (10 Millionen Tonnen über den USA) weltweit führend in der Futtermittelproduktion. Die gestiegene Produktion des Asien-Pazifik-Raums wird insbesondere auf die Zunahme in Indien von 13 Prozent aufgrund des dort produzierten Milchvieh-, Legehennen- und Broilerfutters zurückgeführt. Die Futtermittelproduktion in Südostasien machte über 20 Prozent der Futtermittelproduktion in der Region Asien-Pazifik aus, wobei 93 Prozent der Tonnage aus den Ländern Indonesien, Vietnam, die Philippinen und Thailand stammen sollen. 

  • Afrika – weiterhin starkes Wachstum bei Futtermitteln um 5 Prozent

Steigerungen waren auf dem afrikanischen Kontinent insgesamt zu beobachten, kein Land verzeichnete hier einen Rückgang. Der Alltech Survey betont das starke Wachstum in Marokko für verschiedene Tierarten/Produktionsrichtungen (Milchvieh, Rindfleisch, Legehennen, Masthühner und Puten).

Ein Rückgang war bei Futter für Pferde (-4 Prozent) und Haustiere (-14 Prozent) zu verzeichnen, was sich aufgrund der relativ geringen Mengen aber nicht auf die insgesamt gestiegene Futtermittelproduktion auswirkte.

Entwicklung der weltweiten Futterproduktion nach Tierarten bzw. Produktionsrichtungen

  • Broilerproduktion – weltweit plus 3 Prozent

Wachstum war in allen Regionen zu verzeichnen, mit Ausnahme von Lateinamerika, wo ein sehr geringer Rückgang zu verzeichnen war. Afrika verzeichnete ein Wachstum von 9 Prozent, was dem allgemeinen Trend entspricht, dass mit steigender Bevölkerung auch die Eiweißnachfrage – insbesondere in Form schmackhaften Geflügelfleisches zunimmt. 

  • Schweinefutterproduktion stieg 2018 um knapp 1 Prozent

Hinsichtlich der produzierten Gesamtmenge für Schweinefutter ist der asiatisch-pazifische Raum am wichtigsten, auch wenn hier 2018 ein Produktionsrückgang festzustellen war, der auf geringeren Mengen in der Mongolei, Vietnam, China, Neuseeland und Japan basiert. Für Europa wird das Wachstum mit 2,2 Mio. Tonnen veranschlagt, was insbesondere auf die Produktionssteigerungen in Russland und Spanien, aber auch in Finnland, Dänemark, Frankreich und Polen zurückzuführen ist.
Lateinamerika verzeichnete mit 5 Prozent die stärkste Zunahme bei Schweinefutter mit dem größten Wachstum in Mexiko und Argentinien.

  • Milchviehfutter – Europa ist stärkste Wachstumsregion

Eine Zunahme der Futterproduktion war zu verzeichnen in Nordamerika, Europa (plus 4 Prozent) und Afrika, während Lateinamerika unverändert blieb. Innerhalb Europas verzeichnete die Türkei mit 10 Prozent den größten Anstieg, aber auch Irland, Russland und Großbritannien trugen laut Alltech-Bericht zur Zunahme der Futterproduktion Europas bei.

  • Rindermastfutter – Nordamerika weiterhin führend

Nordamerika ist seit jeher führend in der Rindfutterproduktion und wird dies auch 2018 mit einem Anstieg von 3 Prozent sein. Europa verzeichnete mit knapp 1 Prozent einen leichten Rückgang und blieb auf dem zweiten Platz. Das Wachstum in Lateinamerika war mit rund 8 Prozent hoch, was insbesondere auf die Entwicklung in Mexiko und Argentinien zurückgeführt wird.

  • Futter für Aquakulturen – weltweit plus 4 Prozent

Das weltweite Plus bei Aquakulturfutter ist laut Alltech vor allem auf starke Zuwächse in den Regionen Asien-Pazifik und Europa zurückzuführen. Auf die bisherigen asiatisch-pazifischen Marktführer Vietnam, Indien und Indonesien entfielen insgesamt 1,58 Millionen Tonnen Futtermittel. China, Spitzenreiter der Region, verzeichnete ein Plus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Europa als Ganzes wies ein Wachstum von 1 Prozent auf, ein signifikantes Wachstum wurde für die  Länder Spanien (+31 Prozent) sowie Norwegen und die Türkei (jeweils +7 Prozent) ermittelt.

  • Haustierfutter – plus 1 Prozent

An der Spitze der Regionen liegen beim Petfood Europa (8,6 Millionen Tonnen, plus 2 Prozent) und Nordamerika (8,8 Millionen Tonnen). Einem leichten Wachstum in der Region Asien-Pazifik (plus 1 Prozent) steht eine deutliche Abnahme der produzierten Futtermenge in Lateinamerika (minus 5 Prozent) gegenüber.

Der 8. Alltech Global Feed Survey sowie ergänzendes Datenmaterial stehen unter alltechfeedsurvey.com zur Verfügung.

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Alltech-Pressemitteilung vom 29. Januar 2019 / Aus dem Englischen übersetzt und redaktionell bearbeitet von Dr. Ulrike Hoffmeister

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